Archive for November 2011


Geschichte der Autobiographie

November 30th, 2011 — 5:38pm

Der aus dem griechischem stammende Begriff Autobiographie verbindet besteht aus drei Worten: autós (selbst), bíos (Leben) und gráphein (beschreiben). Somit ist die Autobiographie, die Beschreibung der eigenen Lebensgeschichte.

Gestalten der Autobiographie

Die Autobiographie stellt immer eine Lebensbeschreibung dar, dennoch kann diese in den verschiedensten Formen auftreten. Zum Beispiel hat Bertolt Brecht Gedichte verfasst, andere Autoren haben Briefe oder Tagebücher veröffentlicht und wieder andere haben Skizzenfolgen genutzt um ihr Leben in einer Autobiographie festzuhalten. Als die Normalform der Autobiographie wird der Prosabericht bezeichnet, in dem der Schriftsteller auf seine Vergangenheit zurückblickt. Und genau durch diesen authentischen Rückblick kann die Autobiographie von den Memoiren abgegrenzt werden.

Anfänge der Autobiographie

Die ersten Vorformen von Autobiographien entstanden in der Antike. Schon damals schrieben Philosophen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Zum Beispiel verfasste Platon einen Brief, in dem er seine Erlebnisse auf Sizilien festhielt. Auch wenn dieser Brief nicht gänzlich den heutigen Autobiographien entspricht, so hat er doch deutliche Tendenzen, die ihn zu einer solchen machen.
AutobiographieIm europäischen Raum war es der Kirchenvater Augustinus, welcher um 400 mit seinem Lebensbericht eine der ersten Autobiographien verfasste.
In Deutschland kam die Lebensbeschreibung im 17. Jahrhundert auf. Dort begannen die Gelehrten damit, ihr Leben aufzuzeichnen und subjektiv darüber zu schreiben. Kurze Zeit später wurde die Komplexität dieser Schriftform immer größer und es entstanden bekannte Werke wie „Les Confessions“ von Jean-Jacques Rousseau.

Autobiographien heute

Mit dem 19. Jahrhundert begann auch die stetige Etablierung dieser Form der Biographie. Nicht nur wenige vereinzelte Personen, hatten das Privileg über ihr Leben zu berichten, sondern jeder bekam die Möglichkeit seine Vergangenheit zu verschriftlichen.
Heutzutage ist es üblich, dass Prominente, Künstler oder Politiker über das berichten, was sie geprägt hat. Häufig tun sie dies mithilfe von Ghostwritern, welche beim Verfassen der Autobiographie mehr als nur eine kleine Hilfe sind.

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Fehlerfreies Manuskript einreichen

November 29th, 2011 — 7:43pm

Wer sein Manuskript einreichen möchte, der muss auf einiges achten, bevor er sich an einen Verlag wenden kann. Es gibt einige, vermeidbare Fehler, die man auf der Verlagssuche und beim Manuskript einreichen begehen kann.

Was man Verlagen beim Manuskript Einreichen nicht sagen sollte

Kaum hat man das eigene Werk vollendet ist man ein zufriedener Autor. Doch wenn man erfolgreich das eigene Manuskript einreichen möchte, dann sollte man tunlichst vermeiden diese Erleichterung offen zu erwähnen. Wer das Manuskript Einreichen beim Verlagsgespräch mit den Worten „Mein Werk ist endlich vollendet!“ einleitet, verschlechtert seine Chancen. Denn Verlage suchen nicht nach einem fertigen und gänzlich vollendeten Werk. Texte werden von den Lektoren überarbeitet und verändert. Wer beim Manuskript Einreichen von einem vollendeten Werk spricht, der geht davon aus, der Text müsse nicht mehr überarbeitet werden. Und bevor der Lektor um eine Überarbeitung kämpfen muss, wird der lieber abgelehnt und das Manuskript einreichen war ganz umsonst.

Namenloses Manuskript einreichen

Manuskript einreichenAuch wenn es unwahrscheinlich klingt, es gibt immer wieder Autoren die Ihr Manuskript einreichen, aber nicht mit Ihrem Namen kennzeichnen. Es wurden schon viele Werke an Verlage versendet, auf denen weder auf der ersten Seite des Textes, noch im Anschreiben der reale Name und die Adresse des Schriftstellers zu finden waren. So kann dann das Manuskript ein wahres Meisterwerk sein, aber die Veröffentlichung wird unmöglich. Dies ist nicht nur schade für den Verlag, sondern auch mehr als ärgerlich für den Autor selbst. Das Manuskript Einreichen wird so zur unnötigen Arbeit.

Manuskript einreichen statt Mauskriept einriechen

Genau wie beim Schreiben einer Bewerbung, sollte man auch beim Verfassen eines Anschreibens an einen Verlag auf die Rechtschreibung achten. Wenn schon das Anschreiben zu viele Fehler enthält, geht der Verlag nicht davon aus, dass der Autor seine Sprache ausreichend beherrscht. Zudem spricht ein Manuskript voller Rechtschreibfehler von wenig Sorgfalt.
Der Autor muss auf vieles achten, wenn das Manuskript Einreichen erfolgreich verlaufen soll.

Bild: flickr, Lichfield Live

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Erinnerung Schreiben

November 25th, 2011 — 11:32am

Beim Erinnerung Schreiben beschreibt man die eigene Lebensgeschichte oder Abschnitte aus derselben aus der Retrospektive , im Gegensatz etwa zum Tagebuch. Das Besondere beim Erinnerung Schreiben ist die Identität zwischen Autor und Erzähler. Obgleich ihrer subjektiven Perspektive besitzt die Autobiografie mehr Objektivität wie zum Beispiel der autobiografische Roman. Literarisch bringt das Grenzgängertum zwischen Geschichte und Literatur das Erinnerung Schreiben in eine Randposition.

Wie geht man beim Erinnerung Schreiben vor?

Erinnerung SchreibenWenn man seine Memoiren schreibt, verfasst man ein Abbild seines eigenen Lebens. Man sollte das Erinnerung Schreiben beginnen, wie man die Vergangenheit aus heutiger Sicht sieht, angefangen mit der derzeitigen Lebenssituation. Es empfiehlt sich, auf die zentralen Stationen der Karriere einzugehen und Besonderheiten hervorzuheben. Man sollte von den Höhen und Tiefen der Erinnerung schreiben. Gerade bei den Tiefpunkten im Leben zeigen sich die Stärken des Autors und sein Durchhaltevermögen. Es wird der Weg zur heutigen Persönlichkeit des Autors aufgezeigt.

Ansprechendes und spannendes Erinnerung Schreiben

Ist der Autor zufrieden mit seinem Leben? Was hätte er anders machen wollen. Erinnerung Schreiben reflektiert das eigene Leben, dessen wichtigste Stationen zu Papier gebracht werden sollen. Wo steht der Autor heute und wie ist er dorthin gekommen? Zur Inspiration kann man Orte , die im Leben wichtig sind oder waren besuchen. Ein Besuch des Geburtsorts oder eines Zufluchtsorts kann die Fantasie beflügeln und lange vergessenes wieder zu Tage bringen und somit die Memoiren facettenreicher gestalten.

Die Geschichte des Erinnerung Schreibens

Fast jeder Prominente schreibt irgendwann mal seine Autobiografie. Manche sind noch viel zu jung zum Erinnerung Schreiben. In der Vergangenheit war das anders. Man nahm sich selbst nicht so wichtig und durfte es aus Gründen der Religion schon nicht. Die meisten Menschen glaubten an Gott und es war wichtig, was dieser von einem hielt und nicht die anderen Menschen. Der Bischof Augustinus aus Nordafrika war 400 n. Chr. einer der ersten Autobiografen. Er war ein Heide, also ungläubig.

Erinnerung Schreiben ist sehr empfehlenswert, und sei es nur, weil man sich später darüber freuen kann, wenn man es liest.

Foto: flickr, Pixelhofen

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Das ‘Codex Copiale’ Manuskript

November 24th, 2011 — 2:39pm

Einem amerikanisch-schwedisch-deutschen Forscherteam gelang es, ein altes verschlüsseltes Manuskript zu entschlüsseln. Das Werk aus dem 18. Jahrhundert wurde in deutscher Sprache verfasst und wird als Codex Copiale bezeichnet. Das Manuskript handelt von den Initiationsriten einer Gesellschaft, die den Freimaurern ähnlich ist.

Verschlüsselte Manuskripte aus vergangen Jahrhunderten

Manuskript 'Codex Copiale'Dutzende derartiger Manuskripte wurden in der Fachzeitschrift ‘Cryptologia‘ analysiert. Dies soll nur einen Bruchteil des weltweiten Bestands darstellen. Von Geheimrezepten der Renaissance-Zeit bis zu verschlüsselten Liebesgrüßen reicht die Palette von Code-Funden.

Mit moderner Computer Technik lassen sich solche Codes, wie auch eine verschlüsselte Nachricht aus dem US-Sezessionskrieg oder aus dem viktorianischen England, leicht knacken. Solche historischen Manuskripte geraten nur noch dann in die Schlagzeilen, wenn sie kompetenten Knackversuchen auf Dauer widerstehen. Am bekannten Voynich-Manuskript haben sich bekanntlich schon Heerscharen von Codeknackern die Zähne ausgebissen. Es gibt Hitlisten von unentschlüsselten Schriften, die zum Beispiel auf den Webseiten von Elonka Dunin und Nick Pelling zusammengestellt sind.

Die Odysee des ‘Codex Copiale’ Manuskripts

Das rätselhafte Manuskript erschien auf keiner der oben genannten Listen. In den 1970er Jahren wurde es bereits an der Akademie der Wissenschaften der DDR ohne Erfolg untersucht. Unter nicht bekannten Umständen gelang die Schrift nach dem Kalten Krieg in privaten Besitz. Einige deutsche Kryptologie-Experten erhielten 2008 mit der Auflage, nichts zu veröffentlichen, eine Anfrage wegen des ‘Codex Copiale’ Manuskripts. Bereits 1998 erfuhr die deutsche Sprachwissenschaftlerin Christiane Schaefer von der Universität Uppsala vom rätselhaften Manuskript. Sie informierte den US-amerikanischen Computerlinguisten Kevin Knigt von der Universität Süd-Kalifornien, nachdem sie seinen Vortrag über die computerbasierte Entschlüsselung von Codes hörte. Mit der Kollegin Beate Megyesi, Kevin Knight und Christiane Schaefer entstand so das Forscherteam, das sich an die Entschlüsselung machte.

Das Transkribieren des ‘Codex Copiale’ Manuskripts

Die handschriftlichen Zeichen des Manuskripts wurden zunächst in ein computerlesbares Format übertragen. Alle Buchstaben konnten eindeutig identifiziert werden, was daran lag, dass der Text sehr sorgfältig geschrieben wurde. Dies ist bei Schriften dieser Art nicht selbstverständlich. Außerdem stand den Forschern eine große Menge an Material, nämlich 75 000 Zeichen zur Verfügung. Die ist sehr hilfreich beim Versuch einen Code zu knacken. Das Manuskript wurde auf dem ’4th Workshop on Building and Using Comparable Corpora’ in Portland im US-Bundesstaat Oregon vorgestellt.

Foto: flickr, Wikimedia commons

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Der Privatverlag

November 21st, 2011 — 2:18pm

Ein Privatverlag funktioniert prinzipiell wie ein gewöhnlicher Publikums- oder Spezialverlag. Es gibt jedoch einen bedeutenden Unterschied. Beim Privatverlag wird sich mehr um den Autor gekümmert und der Fokus liegt weniger auf Umsatzzahlen und modischen Strömungen. Einem Privatverlag kann man auch ungewöhnliche Ideen anbieten und man wird ein offenes Ohr finden. Privatverlage haben in Deutschland Tradition und sich auch weltweit bewährt.

Privatverlage und ihre Notwendigkeit

PrivatverlagWenn beim Veröffentlichen von Büchern, die Verkaufszahlen alleine das Ziel sind, geht das auf Kosten der Vielfalt. Bei einem Privatverlag ist das anders. Deutschland wird als das Land der Dichter und Denker angesehen. Jedoch herrscht allgemein die Meinung, dass der Autor sich nicht helfen lassen sollte und darauf warten solle, bis ihn ein Lektor entdeckt. In den USA geht man ganz anders vor. Dort ist es Gang und Gäbe, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Es gibt in den USA auch mehr Privatverlage und Dienstleistungen für Autoren. Im deutschsprachigen Raum beobachtet man in letzter Zeit auf Buchmessen immer mehr, dass sich Autoren einem Privatverlag anvertrauen und sich am Risiko der Herausgabe eigener Bücher finanziell selbst beteiligen. So kommen viel mehr interessante und wichtige Themen und Schriftsteller in den Umlauf. Die wachsende Popularität von Privatverlagen erkennt man an mehreren tausend jährlichen Veröffentlichungen die an Programmverlagen vorbeigehen.

Der Privatverlag und die Literaturgeschichte

Es war in der Literaturgeschichte für viele bekannte Autoren nicht leicht, für ihr Frühwerk einen Verleger zu finden. Goethe, Edgar Allan Poe und auch Tolstoi, sind nur einige der legendären Schriftsteller. Heinrich Mann, Friedrich Nietzsche und Hermann Hesse haben einige ihrer Werke auf eigene Kosten verlegen lassen. Auch die erfolgreiche Erfinderin des Jugendliteraturhelden ‘Harry Potter’, J. K. Rowling fand lange keinen Verlag, bis ein Privatverlag ihre Werke veröffentlichte.

Privatverlage und ihre kulturelle Bedeutung

Es muss ein Breitensegment geben, wenn Mitglieder unserer kulturellen Gesellschaft nicht nur konsumieren, sondern auch am Geschehen teilhaben sollen. Für unsere kulturelle Identifikation ist das von großer Bedeutung, wenn man zum Beispiel die autobiographischen Schriften von Zeitzeugen als Beispiel heranzieht. Durch einen Privatverlag wird nicht ein Verlagsprogramm sondern der Schriftsteller profiliert.

Foto: flickr, quapan

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Kurzgeschichten

November 19th, 2011 — 1:03pm

Wenn man ein Autor werden will, sind Kurzgeschichten der perfekte Einstieg. Man kann auf wenigen Seiten mit technischen und stilistischen Mitteln experimentieren.

Was ist eine Kurzgeschichte?

KurzgeschichtenMan kann sagen, dass eine Kurzgeschichte verglichen mit einem Roman kurz ist. Man spricht generell von einer Länge zwischen 500 bis 2000 Wörtern. Man kann eine Kurzgeschichte in einem Zug durchlesen. Oft wird man ohne große Einleitung gleich ins Geschehen geworfen und auf ausschweifende Beschreibungen wird verzichtet. Die Charaktere werden oft nur durch eine prägnante Eigenschaft beschrieben und drücken diese durch Handeln aus. Oft wird in Kurzgeschichten ein Stück Alltagsleben ohne dramatische Ereignisse und plötzliche Wendungen dargestellt. Zum Anderen gibt es auch Kurzgeschichten, die auf einen unerwartete Wendung am Ende hinsteuern.

Wie schreibt man eine Kurzgeschichte

Nachdem man sein Thema gefunden hat, sind Mindmaps eine hilfreiche Methode eine Kurzgeschichte zu strukturieren.

  1. Man sollte sich folgende Fragen stellen:
  2. Wohin möchte ich? Was soll die zentrale Aussage sein?
  3. Auf welche Weise will ich das mitteilen? Wie nähere ich mich meinem Ziel stilistisch am elegantesten?
  4. Welche Charaktere sollen die Hauptfiguren sein? Welche Eigenschaften zeichnen sie aus?
  5. Zu welcher Zeit und an welchem Ort soll die Geschichte spielen?
  6. Was soll der Höhepunkt sein und wie gelange ich dorthin?
  7. Was für ein Gefühl soll die Kurzgeschichte am Ende hinterlassen? Welche Stimmung soll vermittelt werden?

Wenn diese Fragen beantwortet sind, kann man mit dem Schreiben der Kurzgeschichte beginnen. Nachdem ein grober Umriss der Handlung zu Papier gebracht worden ist, sollte man das Geschriebene kontrollieren. Enthält die Geschichte alles, was man sich vorgenommen hat? Nun kann man die Kurzgeschichte verbessern, indem man die Handlung durch Emotionen, Andeutungen und Konflikte bereichert. Dies kann auch durch Weglassen und Aussparungen erreicht werden.

Die Charaktere in einer Kurzgeschichte

Es ist wichtig, einen Bezug zu den Charakteren zu haben, sie zu kennen. Sie werden in ihren Taten und Krisensituationen nur dann glaubhaft und wachsen durch ihre Relevanz. Die Figuren sollten mehr handeln, als beschrieben werden. Wenn die Kurzgeschichte fertig ist, empfiehlt es sich, sie anderen zum Lesen zu geben. Der Besuch von Schreibwerkstätten und Schreibvereinen ist auch eine große Hilfe, das Handwerk zu lernen und zu verbessern.

Foto: flickr, sevenphonecalls // mehmet erdogan

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Der Selbstverlag

November 15th, 2011 — 6:16pm

Viele Autoren sind es satt, ständig Absagen für ihre Manuskripte zu bekommen. Da bietet sich die Gründung eines Selbstverlags an. Ist der Selbstverlag eine empfehlenswerte Alternative?

Die richtigen Wegbegleiter des Selbstverlags

Es ist einfach, einer Druckerei ein Manuskript zu übergeben, das im Selbstverlag herausgegeben werden soll. Sie wird alles drucken, ohne sich um Inhalt und Qualität des Buchs zu kümmern. Die Aufgabe einer Druckerei ist das Drucken von Büchern, und davon lebt sie. Eine Qualitätsprüfung und Beratung ist jedoch wichtig für jeden Selbstverlag. Dies empfiehlt sich auch in Hinsicht auf die Wirtschaftlichkeit eines Selbstverlags. Produkte von Selbstverlagen werden selten ohne großen Kostenzuschuss von Verlegern in ihr Sortiment aufgenommen.

Wie sieht ein Selbstverlag in wahren Leben aus?Der Selbstverlag

Viele Autoren, die sich entschlossen haben, ihr Manuskript im Selbstverlag herausbringen, bleiben auf ihrer Auflage sitzen, das es am Finden eines geeigneten Vertriebswegs scheitert. Ein Teil der Auflage von 1000 Stück geht an Familie und Freunde und der Rest wandert in den Keller. Leider ist es bei vielen Selbstverlagen so.

Die Auflage des Buchs im Selbstverlag

Die Auflage des Buchs ist nicht, wie irrtümlich angenommen der wichtigste Parameter, sondern die festen Kosten in der Herstellung des Buchs. In der Formulierung der Ausschreibungsbedingungen des Selbstverlags wird dies von Autoren gerne vergessen. Feste Kosten in der Herstellung des Buchs sind das Einrichten der Maschinen in der Druckerei, Satz und Korrektur. Dazu kommen Variablen wie die Papiermenge und dessen Qualität. Es rentiert sich deshalb nicht, im Selbstverlag ein Buch in einer Auflage unter 1000 Exemplaren zu drucken.

Mögliche Vertriebswege für den Selbstverlag

Bücher aus Selbstverlagen werden oft in örtlichen Buchhandlungen in Kommission gegeben. Nicht verkaufte Exemplare werden dem Autor wieder zurückgegeben. Auf den Buchmessen sieht man viele Ministände mit hoffnungsvollen Autoren, die Ihr einziges Werk vorstellen und auf Entdeckung hoffen. Es empfiehlt sich, weitere Titel im Selbstverlag auf den Markt zu bringen, um nicht Jahr für Jahr mit demselben Buch hausieren gehen zu müssen. Man muss eine Vertriebsstrategie mit Lesungen und Vorträgen entwickeln. Nun ist es so, dass die offensichtlich gleiche Identität von Autor und Verlag, im Literaturbetrieb nicht wohlwollend aufgenommen wird. Es entsteht der Eindruck, der Autor habe keinen Verlag gefunden. Man muss leider zum Schluss kommen, dass in der heutigen Buchbranche vom Selbstverlag abzuraten ist.

Bild: friek_magazine, flickr

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Literaturkritik

November 12th, 2011 — 1:55pm

Die Literaturkritik macht es sich zur Aufgabe, Werke der Literatur zu bewerten und einzuordnen. Man spricht von einer Rezension. Die Literaturkritik bespricht aktuelle Neuerscheinungen, bewertet aber auch immer wieder ältere literarische Werke neu.

Die äußere Form der Literaturkritik

LiteraturkritikIn Buchbesprechungen werden in der Regel neben den bibliografischen Angaben wie Autor, Titel, Verlag, Preis und Erscheinungsjahr eine Beschreibung der Zielsetzung, des Inhalts und des Aufbau des Werkes aufbereitet. In seiner literarischen Form kommt die Literaturkritik dem Essay am nächsten. Oft wird eine Literaturkritik nicht länger als ein bis zwei Seiten lang sein und sich auf eher summarisch empfehlend oder ablehnend dem Werk gegenüber äußern.

Der Literaturkritiker

Man wird als Literaturkritiker angesehen wenn man sich nachweislich in allen Formen der Literaturkritik auszudrücken vermag und in der Lage ist Referenzen aus der Literaturgeschichte heranzuziehen.

Das Internet und die Literaturkritik

Das Internet bietet eine Art der Veröffentlichung von Literaturkritik an. Die meisten Zeitungen und Zeitschriften haben heutzutage eine Online-Redaktion eingerichtet und veröffentlichen dort oft Literaturkritik bevor sie in den Druck geht. Die Autoren werden in der Regel dafür nicht gesondert honoriert. Diese Online-Ausgaben werden, wie auch die Printausgabe, von Werbung in Form von Anzeigen und Bannern finanziert. Das Abrufen älterer Artikel aus Datenbanken ist jedoch oft kostenpflichtig. Um die Literaturkritik online rentabel zu machen und die Kosten in Grenzen zu halten werden die Rezensionen oft mit Links zu Internetbuchhändlern versehen. Wenn ein Leser einen dieser Links anklickt, wird der Inhaber der Website mit einem geringfügigen Prozentsatz am Buchpreis beteiligt.

Literaturkritik im Feuilleton

Die Literaturkritik oder Buchbesprechung ist die gebräuchlichste und bekannteste Form der Rezension. Buchbesprechungen sind für die Allgemeinheit gedacht und erscheinen in Printmedien wie Zeitschriften, Zeitungen und Magazinen. Außerdem werden Rezensionen im Rundfunk, Fernsehen als auch im Internet veröffentlicht. Es gibt auch Fachzeitschriften, die sich mit Literaturkritik spezieller Themengebiete wie z. B. Kinder- und Jugendliteratur beschäftigen.

Foto: flickr, quapan

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Einen Epilog schreiben

November 9th, 2011 — 1:50pm

Man Bezeichnet eine Epilog auch als Nachwort, Nachrede oder Schlusswort in Literatur und Rhetorik. Der Begriff Epilog stammt aus dem Griechischen und steht für epi= danach, nachgestellt und logos= Wort.

Der Epilog im Buch

EpilogWenn ein Auto mit seinem Manuskript fertig ist und das Bedürfnis hat, noch ein paar abschließende Worte zu sagen, schreibt er ein Schlusswort oder einen Epilog. Der Epilog ist selbst oft ein längerer Text oder ein ganzes Kapitel.

Der Stil eines Epilogs

Die Form des Epilogs kann recht unterschiedlich sein. Oft behält der Autor den Sprachstil bei, mit dem er das gesamte Werk geschrieben hat. Den Epilog schreibt er allerdings in etwas komprimierter Form. Manche Epiloge werden als ein erfundener Zeitungsbericht am Schluss des Texts verfasst oder als Randnotiz dargestellt.

Der Inhalt eines Epilogs

Auch die Inhalte eines Epilogs können recht unterschiedlich ausfallen. Oft wird dem Leser Hilfe zum Verständnis des Texts gegeben oder der Autor beantwortet noch Fragen, die offen geblieben sind. Oft will der Schriftsteller noch Informationen über die Zukunft der Charaktere geben, um die Geschichte abzurunden.

Der Epilog im Beispiel

Erich Kästner schrieb in seinem Roman „Das fliegende Klassenzimmer“ eine amüsante Variante des Epilogs. Der Autor selbst erscheint als Mitspieler und trifft in einem Straßencafé einen Helden aus seinem Buch. Er befragt den Jungen, wie es seinen anderen Mitstreitern im Buch ginge. Dem Autor gelingt es somit, die vorangegangene Geschichte als tatsächliches Ereignis darzustellen. Es bleibt den Lesern überlassen, ob sie es glauben oder nicht. Häufiger als in Roman ist der Epilog in Dramen zu finden. Dafür wird der Text oft einem extra dafür engagierten Sprecher in den Mund gelegt. Oft wird erklärt, welchen sittlichen oder moralischen Sinn das Drama haben kann. Man darf allerdings den Epilog nicht mit dem Nachspiel im Drama verwechseln. Das Nachspiel hat in der Regel nichts mit der Hauptaufführung zu tun und stellt eine eigene literarische Form eines heiteren, sehr kurzen Theaterstücks dar.

In vielen Büchern wird auf den Epilog verzichtet und stattdessen wird ein Prolog (Vorwort) benutzt, um ein Werk einzuleiten.

Foto: flickr, van-der-Waal

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Eine Biografie schreiben

November 8th, 2011 — 12:34pm

Man kann über ein aufregendes Leben eine schlechte Biografie schreiben. Man kann aber auch über ein durchschnittliches Leben eine äußerst interessante Biografie schreiben. Alles eine Frage der Technik.

Biografie schreibenWer eine Biografie schreiben will, muss recherchieren

Zunächst muss Material über die Person gefunden werden. Dies können Tagebücher, Briefe, Zeitungen, Zeitschriften, Interviews oder Filme sein. Es sollte darauf geachtet werden, dass man die ausdrückliche Genehmigung zur Nutzung von Materialien einholt, bevor man mit dem Biografie schreiben beginnt. Interviews sind eine unverzichtbare Quelle, wenn man eine Biografie schreiben will. Entweder interviewt man die Person über die man schreibt oder befragt Leute, die die Person kannten. Dies kann persönlich, per Telefon oder E-Mail geschehen. Um der Person über die man eine Biografie schreiben will, näher zu kommen, hilft es, Orte zu besuchen, die im Leben der Person wichtig waren oder sind. Dies können der Geburtsort, ein Zufluchtsort oder der Ort eines wichtigen Geschehens im Leben der Person sein.

Entdeckung der Person, über die man eine Biografie schreiben will

Woran hatte dieser Mensch großen Gefallen und warum? Es könnte sich um klassische Musik, Botanik oder Poesie handeln. Man sollte in die Gebiete, die die Person interessiert haben, eintauchen, um dem Menschen näher zukommen. Vor dem Biografie schreiben sollte man sich auch mit der Epoche in der die Person gelebt hat vertraut machen. Was geschah in dieser Zeit politisch und wirtschaftlich?

Die Biografie schreiben

Es empfiehlt sich zunächst, eine Zeitlinie darzustellen, auf der jedes Ereignis von Geburt bis Tod festgehalten wird. Man sollte nach Mustern Ausschau halten, nach Lebensphasen, Situationen, die sich im Leben des Menschen wiederholt haben. Was waren Momente im Leben der Person, die eine einschneidende Änderung zur Folge hatten? Das Aufstellen von Thesen verleiht einer Biografie eine gewisse Würze. Hatte das Leben dieses Menschen eine wichtige Bedeutung? Wie hat dieser Mensch die Welt verändert? Was war oder ist so einmalig an dieser Person? Wie will ich die Biografie schreiben? Wie soll das Leben des Menschen nacherzählt werden. Dies ist eine wichtige Entscheidung. Soll das Leben chronologisch oder in Rückblenden erzählt werden?

Nun kann man mit dem Biografie schreiben mit Hilfe der Gliederung beginnen. Das Manuskript sollte man nach Vollendung jemandem zum Lesen geben und herausfinden in wieweit der Leser die beschriebene Person erkennt.

Foto: flickr, fredpanassac

 

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