Archive for April 2013


Typoskript

April 29th, 2013 — 12:12pm

Der Begriff des Typoskripts bezieht sich ursprünglich, in Anlehnung an Manuskripte, auf Texte, welche mit der Schreibmaschine verfasst wurden. Auch die heutigen, elektronisch verfassten Texte, die umgangssprachlich häufig als Manuskript bezeichnet werden, sind Typoskripte. Das Typoskript versucht die grundlegenden Ziele der Typografie umzusetzen. Das Typoskript soll also dafür sorgen, dass Texte lesbar, verständlich und optisch ansprechend dargestellt sind. Zum Typoskript gibt es grundlegende Regeln, die, ähnlich den Rechtschreibregeln, eine Konvention darstellen, welche eingehalten werden muss, um dem Leser ein angenehmes Lesen zu ermöglichen.

Veränderungen durch das digitale Typoskript

Seit der Digitalisierung und der vermehrten Nutzung des Computers statt der Schreibmaschine fiel die formelle Erstellung des Typoskripts zu immer größeren Teilen dem Autor zu. Während die von Autoren gesandten Texte früher vom Verlag erst noch kostenintensiv bearbeitet werden mussten, um eine elektronische Vorlage zum Druck zu erstellen und zu layouten, kann dies heute zum größten Teil direkt bei der Erstellung des Typoskripts umgesetzt werden. Die digitale Bearbeitung von Texten war in dieser Branche revolutionär, da diese Art des Typoskripts gelöscht, ergänzt und eingefügt werden konnte. Es war möglich einen Teil zu bearbeiten und direkt die Auswirkungen auf andere Bereiche zu sehen und hier bei Bedarf korrigieren zu können. Diese Wandlung wurde unter dem Namen „Desktop-Publishing“ (DTP) bekannt und setzte damit einen der Grundpfeiler für die Digitalisierung fast aller Druckprozesse.

Die Hoffnung vieler Autoren, dass sie aufgrund der Möglichkeit viele Arbeiten eines Verlages nun eigenständig erledigen zu können, unabhängiger von selbigen wären, bestätigte sich nicht. Inzwischen gibt es in der Verlagsbranche einen Standard für ein Typoskript, welcher 60 Anschläge pro Zeile bei 30 Zeilen pro Seite angibt. Der Zeilenabstand sollte 1,5 oder 2,0cm betragen und es wird eine proportionale Standardschrift in 12Pkt. verwendet.

Die grundsätzlichen Regeln für die Anwendung der klassischen Typografie zur Gestaltung eines Typoskripts finden sich in der DIN 5008, welche als „Regeln für die Textverarbeitung“ gekennzeichnet werden. Diese sind als grundlegender Rahmen zu verstehen und haben somit keinen gesetzlichen Vorrang vor weiteren Gestaltungsregeln. Die Typografie musste sich zu Beginn sehr stark der Zahl an möglichen Zeichen anpassen, wobei man auch beim Erstellen eines Typoskripts darauf achten musste. Lange Zeit waren aufgrund der Nutzung der 7-bit-Kodierung nur 94 verschiedene Schriftzeichen möglich. Wodurch unter anderem die deutschen Umlaute und das Scharfe „S“ wegfielen. In den 1990er Jahren erhöhte sich die Schriftzeichenmenge, die in einem Text dargestellt werden konnte, durch Nutzung von 8-bit-Kodierung auf 190-220. Mittlerweile wurde dies auf Unicode umgestellt, wodurch mit Unicode 5.0 nun 98.884 Zeichen möglich sind. Schwierigkeiten sind liegen der Begrenzung durch die Tastatur und die Tatsache, dass der PC auch jeder Kodierung eine Glyphe zuweisen können muss.

 

Bildquelle: Elvert Barnes, Flickr.com

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Standard-Manuskripte

April 25th, 2013 — 11:19am

Als Standard-Manuskripte bezeichnet man Texte, welche für den Versand an einen Verlag oder Lektor auf bestimmte Merkmale optimiert sind. Zur Erstellung der Standard-Manuskripte wird die sogenannte Normseite verwendet. Sie gibt an, wie eine Textseite formatiert sein muss.

Wie muss die Normseite der Standard-Manuskripte aussehen?

Definiert wird die Normseite eines Standard-Manuskripts mit 60 Anschlägen pro Zeile bei 30 Zeilen pro Seite. Der Zeilenabstand im Standard-Manuskript sollte 1,5 oder 2,0 sein. Verwendet wird eine proportionale Standardschrift wie Courier in 12pkt. Hierbei nimmt jeder Buchstabe den gleichen Zeichenabstand ein. Entstanden ist die Normseite für Standard-Manuskripte zu Zeiten der Schreibmaschine, wo man die Zeilenlänge mithilfe eines Schiebereglers einstellen konnte. Bei digitalen Schreibprogramme wie Word ist zu beachten, dass auch Leerzeichen und freie Bereiche am Ende eines Absatzes dazugezählt werden. Somit hilft die Funktion zum Zählen der Zeichenzahl bei der Ermittlung der Normseitenzahl nur bedingt. Das bedeutet, dass Standard-Manuskripte zumeist bedeutend mehr Seiten haben als eigentlich angenommen. Wer nur eine begrenzte Anzahl an Normseiten einreichen darf, sollte die Datei vor dem Beginn des Schreibens formatieren, um unerwünschte Überraschung zu vermeiden.

Warum gibt es Standard-Manuskripte?

Eine gewisse Richtlinie bei Manuskripten wird auch heute noch verlangt, um einen besseren Überblick über den Text zu bekommen. Diese Form ist besonders wichtig, wenn man sein Manuskript beim Verlag einsenden möchte. Einem Lektor fällt es bedeutend einfacher, einen standardisierten Text zu korrigieren, da er nicht jedes Mal eine andere Formatierung beachten muss, über welche man beim Lesen stolpern könnte. So würden sich Fehler bzw. übersehene Ausrutscher eher einschleichen, was man möglichst verhindern möchte. Weiterhin lassen sich die Normseiten auch nach dem Drucken sehr angenehm lesen. Des Weiteren dient die Normseite zur Einschätzung des Umfangs der Standard-Manuskripte. Dieser wird als Berechnungsgrundlage für das Honorar von Autoren, Lektoren und Übersetzern verwendet.

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Alte Manuskripte

April 10th, 2013 — 4:14pm

Die Vatikanische Apostolische Bibliothek hat nun erste alte Manuskripte digitalisiert. Seit dem 23. Januar 2013 ist die erste Teilmenge der alten Manuskripte online. Die alten Manuskripte kann man auf der Homepage der Apostolischen Bibliothek einsehen, wenn man sich dort einloggt. Die ersten 256 Dokumente von über 80.000 alten Manuskripten sind seit dem 23. Januar 2013 bereits digitalisiert. Der Präfekt der Bibliothek Monsignore Cesare Pasini möchte alle 80.000 alten Manuskripte digitalisieren.

Die ungefähr 40 Millionen Seiten sollen innerhalb von 10 Jahren online veröffentlicht werden. Durch die Digitalisierung der Manuskripte sollen die Werke auch für zukünftige Generationen zugänglich gemacht werden, denn mit der Zeit zerfallen die alten auf Pergament oder Büttenpapier verfassten Schriftstücke. Daher werden die alten Manuskripte seit 2010 mit NASA Technologie abfotografiert und digitalisiert. Nachdem ein in den Neunzigern veranschlagter erster Versuch der Digitalisierung fehlschlug, entschied man sich für das FITS-Format. Das FITS- Format wurde in den Achtzigern von der NASA entwickelt und erlaubt hochauflösende Bilder und dadurch, dass es Open Source ist, eine langfristige Kompatibilität auch auf zukünftigen Computern.

Wie viel wird die Digitalisierung der alten Manuskripte Kosten?

Der benötigte Speicher für die Digitalisierung aller 80.000 alten Manuskripte wird, wie Experten vermuten, 45 Petabyte, also 45 Millionen Gigabyte in Anspruch nehmen. Nachdem nun die ersten Manuskripte zum online lesen bereitgestellt wurden, wird sich zeigen, wie erfolgreich dieses sehr kostspielige Projekt sein wird. Für das Projekt steht ein Budget von 50 Millionen Euro zur Verfügung, wobei man anmerken muss, dass die Hälfte des Budgets für die seit 2010 andauernde dreijährige Testphase beansprucht wird.

160 Mitarbeiter arbeiten an der Digitalisierung der alten Manuskripte. Darüber hinaus werden zwei Rechenzentren eingerichtet. Eins ist im Vatikan und das andere ist für die Sommerresidenz des Papstes, Castel Gandolfo, geplant. Dieses Projekt ist eine wahrer Segen für die Forschung und die Wissenschaft, da die Bibliothek seit jeher eine strenge Zugangsbeschränkung hatte, weswegen ein wissenschaftliches Arbeiten einer breiten Masse von Forschern mit den alten Manuskripten bisher unmöglich war.

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Wie gehe ich bei der Gedichtinterpretation vor?

April 10th, 2013 — 3:12pm

Bevor Sie sich überhaupt die Frage „Wie gehe ich bei der Gedichtinterpretation vor?“ stellen und ich Ihnen diese beantworte, sollten Sie zuallererst verstehen können, was überhaupt eine Gedichtinterpretation ist. Mit der Gedichtinterpretation sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Deutung des Inhalts
  • Verstehen der Zusammenhänge innerhalb des Textes
  • Erfassen der Intention des Autors

Wie gehe ich bei der Gedichtinterpretation vor? – Erster Schritt    

Der allererste Schritt für Wie gehe ich bei der Gedichtinterpretation vor?die Beantwortung der Fragestellung „Wie gehe ich bei einer Gedichtinterpretation vor“ wäre, den Text mehrfach zu lesen, den Inhalt zu verstehen und Merkmale des Gedichts zu sammeln. Beim ersten oder zweiten Lesedurchgang bekommen Sie einen eigenen Eindruck und haben sich gegebenenfalls eine Meinung darüber gebildet. Wie wirkt das Gedicht auf Sie, welche Gefühle wurden bei Ihnen hervorgerufen? Gibt es Besonderheiten oder auch Unklarheiten? Notieren Sie alle auffallenden Aspekte. Beginnen Sie auch mit der Analyse von verschiedenen Aspekten wie z.B. dem formalen Aufbau, der Sprache, dem lyrischen Ich. Diese werden Ihnen bei der Interpretation behilflich sein. Versetzen sie sich in die Lage des Autors: Was würden sie erreichen wollen, wenn sie ein Gedicht schreiben? Zu ihrer Frage „Wie gehe ich bei der Gedichtinterpretation vor“ gehört nicht nur das Analysieren, sondern auch logischerweise das Interpretieren des Gedichts.

Die Einleitung einer Gedichtinterpretation                                       Falls Ihnen Informationen über den Dichter bekannt sind, so können Sie diese in der Einleitung einbringen. Geben Sie ebenfalls den Inhalt kurz in 1-2 Sätzen, sowie die Publikationsdaten an. Achten Sie bei der Inhaltsangabe darauf keine Einzelheiten, sondern nur das Wichtigste kurz und knapp zu erwähnen. Schließen Sie die Einleitung mit einer Deutungshypothese ab, welches ebenfalls ein guter Übergangssatz von der Einleitung zum Hauptteil ist.

Der Hauptteil einer Gedichtinterpretation                                           Der Hauptteil wird ein Großteil Ihrer Zeit bei der Interpretation eines Gedichtes  in Anspruch nehmen. Es ist wichtig, dass Sie die Strophen chronologisch in folgender Form buearbeiten:                                                                                                                                                                                      Aussage/Inhalt     →     Deutung     →     Wertung

Bringen Sie die Analysen, die Sie bereits im ersten Schritt gemacht haben, in die Aussagen mit ein. Es wird jedoch immer nur ein Aspekt interpretiert. Beziehen Sie sich während der Interpretation auf andere Strophen und vergleichen Sie diese miteinander.

Der Schluss einer Gedichtinterpretation                                            Fassen Sie zum Schluss die Deutungen im Hauptteil verallgemeinert zusammen und gehen Sie nochmal auf Ihre Deutungshypothese in der Einleitung ein. Der Schluss bildet mit der Einleitung einen sog. Rahmen und sollte ebenfalls ungefähr 1/3 des gesamten Textes entsprechen.

Bildquelle: Wikipedia

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Kurzgeschichte

April 10th, 2013 — 10:15am

Was ist eine Kurzgeschichte?

Eine Kurzgeschichte heißt nicht immer, dass die Geschichte nur kurz ist. Kurzgeschichten gehören zu den modernen literarischen Formen der erzählenden Dichtkunst, also der Prosa.

KurzgeschichteDas Thema, das häufig bei dieser Art von Geschichte genutzt wird, ist die Darstellung eines alltäglichen Ereignisses. Dabei gibt es zwei Erzählvarianten: Entweder wird das Ereignis ohne jegliches Drama und ohne eine plötzliche Wendung erzählt oder das Ende nimmt eine unerwartete Wendung, bei der schon die ganze Zeit auf solch ein Ende hingedeutet wurde. Es ist eine Kunst an sich, Kurzgeschichten zu schreiben, denn dabei müssen viele Faktoren beachtet werden und bestimmte Merkmale vorkommen.

Bestimmte Merkmale einer Kurzgeschichte

Anders als bei Romanen sollte die Geschichte ungefähr 3 DinA4- Seiten umfassen, also nicht mehr als ca. 2000 Wörter. Der Einstieg, sowie das Ende beginnt bzw. endet ziemlich abrupt. Da die Geschichte relativ kurz gehalten werden muss, lässt es nur wenig Platz für ausschweifende Beschreibungen. Ebenso werden die Handlungspersonen, Orte und Zeitperioden auf eine bestimmte Anzahl eingeschränkt. Kurzgeschichten erzählen eine Handlung und beschreiben Personen nur oberflächlich und ohne Details – so ist es öfters unverständlich, was der Autor mit einer Handlung eines Charakters oder generell über das Geschriebene sagen möchte. Das bringt den Leser dazu, die Geschichte oder auch die Handlung eines Charakters erstmals zu interpretieren und darüber nachzudenken.

Die Hauptmerkmale einer Kurzgeschichte – im Überblick

  • abrupter Anfang und offenes Ende
  • konfliktreiche Situation
  • Haupthandlung mit wenigen Details
  • nur eine oder zwei Hauptpersonen und wenige bis keine Nebenfiguren
  • begrenzte Zeitperiode und Handlungsort

Bildquelle: Simon Q ; Wikipedia

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