Typoskript

Der Begriff des Typoskripts bezieht sich ursprünglich, in Anlehnung an Manuskripte, auf Texte, welche mit der Schreibmaschine verfasst wurden. Auch die heutigen, elektronisch verfassten Texte, die umgangssprachlich häufig als Manuskript bezeichnet werden, sind Typoskripte. Das Typoskript versucht die grundlegenden Ziele der Typografie umzusetzen. Das Typoskript soll also dafür sorgen, dass Texte lesbar, verständlich und optisch ansprechend dargestellt sind. Zum Typoskript gibt es grundlegende Regeln, die, ähnlich den Rechtschreibregeln, eine Konvention darstellen, welche eingehalten werden muss, um dem Leser ein angenehmes Lesen zu ermöglichen.

Veränderungen durch das digitale Typoskript

Seit der Digitalisierung und der vermehrten Nutzung des Computers statt der Schreibmaschine fiel die formelle Erstellung des Typoskripts zu immer größeren Teilen dem Autor zu. Während die von Autoren gesandten Texte früher vom Verlag erst noch kostenintensiv bearbeitet werden mussten, um eine elektronische Vorlage zum Druck zu erstellen und zu layouten, kann dies heute zum größten Teil direkt bei der Erstellung des Typoskripts umgesetzt werden. Die digitale Bearbeitung von Texten war in dieser Branche revolutionär, da diese Art des Typoskripts gelöscht, ergänzt und eingefügt werden konnte. Es war möglich einen Teil zu bearbeiten und direkt die Auswirkungen auf andere Bereiche zu sehen und hier bei Bedarf korrigieren zu können. Diese Wandlung wurde unter dem Namen „Desktop-Publishing“ (DTP) bekannt und setzte damit einen der Grundpfeiler für die Digitalisierung fast aller Druckprozesse.

Die Hoffnung vieler Autoren, dass sie aufgrund der Möglichkeit viele Arbeiten eines Verlages nun eigenständig erledigen zu können, unabhängiger von selbigen wären, bestätigte sich nicht. Inzwischen gibt es in der Verlagsbranche einen Standard für ein Typoskript, welcher 60 Anschläge pro Zeile bei 30 Zeilen pro Seite angibt. Der Zeilenabstand sollte 1,5 oder 2,0cm betragen und es wird eine proportionale Standardschrift in 12Pkt. verwendet.

Die grundsätzlichen Regeln für die Anwendung der klassischen Typografie zur Gestaltung eines Typoskripts finden sich in der DIN 5008, welche als „Regeln für die Textverarbeitung“ gekennzeichnet werden. Diese sind als grundlegender Rahmen zu verstehen und haben somit keinen gesetzlichen Vorrang vor weiteren Gestaltungsregeln. Die Typografie musste sich zu Beginn sehr stark der Zahl an möglichen Zeichen anpassen, wobei man auch beim Erstellen eines Typoskripts darauf achten musste. Lange Zeit waren aufgrund der Nutzung der 7-bit-Kodierung nur 94 verschiedene Schriftzeichen möglich. Wodurch unter anderem die deutschen Umlaute und das Scharfe „S“ wegfielen. In den 1990er Jahren erhöhte sich die Schriftzeichenmenge, die in einem Text dargestellt werden konnte, durch Nutzung von 8-bit-Kodierung auf 190-220. Mittlerweile wurde dies auf Unicode umgestellt, wodurch mit Unicode 5.0 nun 98.884 Zeichen möglich sind. Schwierigkeiten sind liegen der Begrenzung durch die Tastatur und die Tatsache, dass der PC auch jeder Kodierung eine Glyphe zuweisen können muss.

 

Bildquelle: Elvert Barnes, Flickr.com

Category: Allgemein, Der Literaturbetrieb Comment »


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